HipHop reagiert auf George Floyd

HipHop reagiert auf George Floyd

Es ist deprimierend, aber Realität: aus dem Corona-Newsticker ist ab dieser Woche der George Floyd-Newsticker geworden, mit dem wir heute anfangen: Spike Lee, legendärer Regisseur solcher Classics wie „Do The Right Thing“ hat jetzt mit dem brandneuen Kurzfilm „3 Brothers“ ebenfalls seinen Kommentar zu den aktuellen Ereignissen in den USA abgegeben. Der bedrückende Film ist jetzt auf YouTube und Twitter ansehbar. Nach langer Zeit hat und im Grunde sogar zum ersten Mal in dieser Form hat sich auch Michael Jordan zu Wort gemeldet. So erklärte Jordan seine Solidarität mit den Protesten und forderte tiefgreifende, politische Veränderungen. Weil auch MJ weiß, dass man sein Money dahin putten muss wo der Mouth is, legte er fünf Tage nach seinem ersten Tweet nach: und zwar mit der Ankündigung, dass die Jordan Brand in den nächsten 10 Jahren 100 Millionen Dollar in die Black Community investieren werde. An wen diese gigantische Spende gehen soll, speziefizierte die Jordan Brand nicht näher. Ganz praktische Solidarität zeigten auch Drake und The Weekend – Drake spendete für die Bezahlung von Kautionen inhaftierter Demonstranten 100.000 Dollar an die NGO National Bailout Collective, Tyga spendete 50.000 Dollar an die selbe Organisation und ganze 500.000 Dollar zahlte The Weekend an Black Lives Matter und andere ProBlack-Organisationen. Die HipHop Community supportet die Proteste wirklich auf allen Ebenen – so rief Nicky Minaj Ihre Barbz auf, so lange auf die Straße zu gehen, bis alle vier in den Mord an George Floys involvierten Polizisten inhaftiert sind. Trae Tha Truth und Bun B führten am Donnerstag gemeinsam eine riesige Demonstration in Houston an, J.Cole mischte sich in seiner Heimatstadt Fayetteville, North Carolina, unter Protestierende und Nick Cannon demonstrierte in Minneapolis. In Los Angeles schlossen sich Machine Gun Kelly und Tyler, The Creator den Demonstrationen an.  Eine mögliche Lösung zur Befriedung der Proteste präsentierte BET-Gründer Bob Johnson in der vergangenen Woche: 14 Milliarden Dollar Reparationen an die Black Community, als Entschädigung für 200 Jahre unbezahlte Sklavenarbeit. Nur so könne eine ökonomische Gerechtigkeit wiederhergestellt werden.

★ Die KPop-Szene ist in Zusammenhang mit den Protesten in den USA momentan richtig on fire: erst fluteten KPopper so lange ein Uploadportal der Polizei von Dallas mit KPop-Videos, das dieses zeitweise offline ging – und jetzt haben sich die Popper rassistische Hashtags vorgenommen. So kam es am Mittwoch zum offiziellen Takeover der Hashtags #Whitelivesmatter und #WhiteoutWednesday. Statt rassistischer Tweets waren dort nur noch KPop-Memes, Fanvideos und anderes, buntes KPop-Zeugs zu sehen. Auch in Deutschland sind die KPopper mittlerweile aktiv: als am vergangenen Montag nämlich das Hashtag #rassismusgegendeutsche trendete, kam es binnen paar Stunden zum Takeover der KPops.

★ In Krisenzeiten werden wir uns manchmal Dingen bewusst, an die wir vorher garnicht gedacht haben: so etwa Snoop Dogg, der in Big Bois Morning Show erklärte, bei der anstehenden Präsidentschaftswahl das erste Mal in seinem Leben wählen zu gehen. Bisher sei er davon ausgegangen, dass er wegen diverser Verurteilungen in der Vergangenheit nicht wählen dürfte, habe aber erfahren, dass sein Führungszeugnis nach Jahren der Straffreiheit jetzt sauber sei. In der Tat dürfen Menschen in den USA während einer laufenden Haftstrafe nicht wählen gehen – in den meisten Staaten wird dieses Recht aber nach vollendeter Haft wieder zurück verliehen.

★ Es ist eine der Nachrichten, mit der man in diesem Leben nicht mehr gerechnet hätte: Kanye West, bisher begeisterter Trump Anhänger, der bei jeder Gelegenheit seine “Make America Great Again”-Mütze verteidigte, hat sich den aktuellen, antirassistischen Protesten in den USA angeschlossen. Völlig unvermittelt poppte Herr Yeezy nebst Bodyguards am Donnerstag in der Chicagoer Southside bei einer Demonstration auf, bei der die Entfernung von Polizisten aus Chicagoer Schulen gefordert wurde. Obendrauf spendete Kanye 2 Millionen Dollar an die Familien von George Floyd, der von Ahmad Arbaury und der von Breonna Taylor – allesamt kürzliche Opfer von Rassisten in und ohne Uniform. Weitere tausende Dollar investierte Kanye in einen steuerfreien Sparbrief, mit dem die Schulausbildung von George Floyds Tochter Gianna finanziert werden soll.

★ Vor rund 14 Tagen hatte ich dir von dem Fall Ahmaud Arbery berichtet, der beim Joggen in Georgia von Vater und Sohn McMichaels erschossen wurde. Die Mörder hatten stets behauptet, aus Selbsverteidigung und zur Abwehr eines Einbruches geschossen zu haben. Gegenüber der Polizei hatte Sohn McMichaels erklärt, instinkt gewusst zu haben, dass Ahmaud Arbery etwas böses vorhatte, als er ihm beim vorbeijoggen zusah. Nachdem SohnMc Michaels Arbery gezielt in die Brust geschossen hatte, habe er sich, so ein Zeuge, über den Sterbenden gebeugt und ihn als “fucking N-Wort” bezeichnet. Er sei außerdem wegen zahlreicher Todesdrohungen gegen Schwarze Amerikaner bereits bekannt gewesen.  Und als wäre all das nicht schon ekelhaft genug, gibt es jetzt schon wieder einen neuen Fall: Manuell Ellis, 33 Jahre, wurde bereits am 3ten März von Polizisten der Tacoma State Police ermordet. Seine letzten Worte waren: I´cant breathe. Nein, das ist kein Scherz.


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FLORIDA MAN NEWS REPORT

★ Nachdem „Gooba“, die letzte Single von Raps unbeliebtestem Unglücksbärchi von YouTube kurzzeitig wegen einer Urheberrechtsverletzung von YouTube offline genommen wurde, ist jetzt nicht nur das Video wieder online, sondern die nächste Single schon in der Mache. Der Release der Single hätte schon am vorvergangenen Freitag stattfinden sollen, wurde dann auf vergangenen Freitag verschoben und ist jetzt noch einmal auf den kommenden Freitag, also den 12ten Juni verschoben – Out of respect for what we are going through right now, so der Rapper. Wow, so klingt Anteilnahme.

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/

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