Geht Maxwell von 187 ins Gefängnis?

Geht Maxwell von 187 ins Gefängnis?

Nachdem GZUZ kurz vor dem Antritt seiner 18monatigen Haftstrafe steht, ist jetzt auch Maxwell von der 187 Strassenbande zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden. So hob das Amtsgericht in Hamburg St. Georg die zweijährige Bewährung des Rappers wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aus dem Jahr 2007 wegen einer neuen Verurteilung im vergangenen Jahr auf. 2020 wurde Maxwell nämlich wegen des Besitz von Betäubungsmitteln und einem Verstoß gegen das Waffengesetz verurteilt. Maxwell Kwabena, so der Rapper bürgerlich, drohen nunmehr mindestens vier Monate Gefängnis – wenn seine Anwälte nicht im letzten Moment noch eine Haftstrafe verhindern können. Einen ähnlichen Move versucht derzeit übrigens auch GZUZ Anwalt Christopher Posch, dem Richter in dem zuständigen Verfahren attestiert hatte, wie beim „Schiff versenken“ agiert zu haben. Bonez MC ist somit der einzige der Rapper, der aktuell nicht kurz davor steht, in den Knast zu gehen- sein Ärger mit der Justiz beschränkte sich zuletzt auf die vorübergehende Beschlagnahmung seines Wagens, weil zuviel Swag und zu wenig StVo.

★ Amerika ist Donald Trump erstmal los – zumindestens als Präsident. Doch bevor Trump sein Amt niederlegte, nutzte er noch seine letzte Chance, eine ganze Batterie an Menschen zu begnadigen. Über 150 Namen lang ist die Liste an Begnadigungen – und darunter finden sich neben einigen Personen aus Trumps engstem Umfeld auch einige Rapper. Und wer befand sich wohl am wahrscheinlichsten auf der Liste, insbesondere weil er im US-Wahlkampf kräftig für Donald geworben hatte? Richtig, Lil Wayne, dem in seinem aktuellen Prozess wegen illegalem Waffenbesitz eine bis zu10jährige Haftstrafe drohte. Da man für eine Begnadigung auch immer Fürsprecher braucht, mobilisierte Weezy gleich zwei A-Lister, die den Rapper in höchsten Tönen als „Versorger seiner großen Familie“ lobten- dabei handelte es sich um den ehemaligen Wide Receiver und als NFL-Kommentator im US-Fernsehen extrem präsenten Deion Sanders, sowie um Brett Berish, den Geschäftsführer einer in den USA berühmten Spirituosenfirma, die unter anderem Marken wie Luc Belaire oder die Skeleton Wines besitzt. Ebenfalls über eine Begnadigung freuen durfte sich Kodack Black, der nach eigenen Angaben während seiner Haftzeit bisher schwer gelitten habe. Noch mindestens zwei Jahre hätte der Rapper absitzen müssen, wird nun aber schon in den nächsten Tagen wieder auf freien Fuß kommen. Im Falle Kodacks war die Liste an Unterstützern besonders groß: dazu gehörten mehrere Pastoren, Gucci Mane, Lil Pump, sowie Lil Yachty. Allerdings gibt es keinen Grund zur frühen Freude für Kodack, da er noch eine Anklage wegen eines sexuellen Übergriffes offen hat. Hier kam es bisher noch zu keiner Verurteilung.  Hinter einer weiteren Begnadigung soll vor allem Snoop Dogg stehen: dabei handelt es sich um Michael „Harry O.“ Harris, einem der beiden Gründer von Death Row Records, also dem Label, das Snoop einst groß machte. Wegen versuchtem Mordes und Drogenhandels saß der ehemalige Kokain-König von Los Angeles lebenslänglich ein und wir nun nach mehr als 30 Jahren Gefängnis in wenigen Tagen das California State Prison endlich als freier Mann verlassen können. Die Begnadigung erreichte Snoop offenbar, weil er über Bande spielte – da der Rapper in den Vergangenheit immer wieder den Ex-Präsident gedisst hatte, beauftragte er eine Organisation für Justizreform den Fall im Weißen Haus vorzutragen – aber nicht bei Trump, sondern bei seiner Tochter Ivanka, die schließlich auf ihren mächtigen Daddy einwirkte. Bei der vierten Begnadigung aus Sicht von HipHop handelt es sich ebenfalls um eine Person, die tief in den Kokainhandel verstrickt war- Desiree Perez, eine ehemalige, hochrangige Managerin von Jay-Zs Firma Roc Nation.  Nachdem Perez 1994 mit 35 Kilo Kokain geschnappt wurde, wurde sie zur Kronzeugin in einem Verfahren gegen einige Bosse des New Yorker Kokainhandels, wodurch sie in kürzester Zeit wieder auf freien Fuß kam. Die Begnadigung der Managerin kann somit als ein nachträgliches Reinwaschen ihres Führungszeugnis betrachtet werden. Desiree Perez gehört zu den Schlüsselpersonen, denen Roc Nation heute seinen internationalen Erfolg auf einer ganzen Reihe von Geschäftsbereichen der Musikindustrie verdankt.

★ Xatar hatte schon immer einen Unternehmer-Mindset- und nach Alles Oder Nix Records hat der Rapper aus Bonn nunmehr sein zweites Label namens Goldmann Records gegründet. Während Alles Oder Nix eher ein Indielabel war, soll Goldmann Records zum Major-Label werden. Alleine bis zum kommenden Sommer sollen bis zu 100 Artists unter Vertrag genommen werden, außerdem seien Büroeröffnungen in Nigeria, England, den USA, Brasilien und dem nahen Osten geplant, um auch international KünstlerInnnen scouten und zu signen. Als strategischen Partner für die digitale Produktion wird Xatar mit dem New Yorker Vertrieb The Orchard zusammenarbeiten. Insgesamt 40 Acts stehen derzeit bereits bei Goldmann unter Vertrag, als Labelzentrale soll der im Kölner Mediapark gelegene Kölnturm fungieren, in dem der Rapper derzeit 30 Musikstudios, eine Music Academy und ein Filmstudio errichten lässt. Es sind also riesige Investitionen und riesige Ambitionen, die Xatar da auf den Tisch legt- ob das Unternehmen aber letztlich auch rentabel wird, muss sich noch zeigen.

★ Nach seiner schweren Hirnblutung hat Dr. Dre mittlerweile das Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles wieder verlassen. Ganze 10 Tage lang untersuchten die Ärzte Dre´s Kopf und fanden trotzdem nicht die Ursache für das Aneurysma- weshalb der Produzent in den nächsten Wochen konstant medizinisch überwacht werden wird. Dre geht es indes aber schon wieder so gut, dass er mit dem Produzieren neuer Musik begonnen hat, wie dieses Foto auf Instagram zeigt: https://www.instagram.com/p/CKIU_VorNb7/ . Gerüchteweise ist Dre besonders jetzt so aktiv im Studio, weil nach mehr als einem Jahrzehnt endlich sein „Detox“-Album fertigstellen will. Das könnte somit noch in diesem Jahr erscheinen – aber ob es wirklich dazu kommt, wird nur die Zeit zeigen.

★ YFN Lucci hat sich der Polizei gestellt – der Rapper, der wegen Mordverdachtes von der Polizei von Atlanta gesucht worden war, wartet nun im Fulton County Jail im Nordwesten von ATL auf den Abschluss der Ermittlungen gegen ihn. Mittlerweile sind auch Details aus der Tatnacht am 10ten Dezember bekannt geworden: so soll Lucci mit seinen Jungs in einem SUV in das Gebiet einer verfeindeten Gang gefahren sein – mitten auf einer Kreuzung bremste der SUV, aus dem heraus zwei Homies des Rappers mit Maschinengewehren das Feuer auf Passanten eröffneten. Daraufhin entwickelte sich eine Schiesserei, in deren Verlauf einer der Insassen des SUV von einer Kugel in den Kopf getroffen wurde. James Adams, so der Name des Mannes, wurde von seinen Freunden aber nicht in ein Krankenhaus gefahren, sondern einige Meter vom Tatort einfach aus dem Wagen auf die Straße gestoßen, wo er letztlich verstarb. Aus diesem Tathergang leitete die Polizei von Atlanta auch den Tatvorwurf des Mordes ab, da auch Lucci in das Wegstoßen von Adams involviert gewesen sein soll. Wegen der massiven Anschuldigung wurde Lucci eine Freilassung auf Kaution verweigert.

★ Souljah Boy ist erneut verklagt worden- diesmal allerdings wegen Körperverletzung und sexueller Misshandlung. Angezeigt hat das ganze seine ehemalige Assistentin, die angab, ganze zwei Jahre lang von dem Rapper misshandelt worden zu sein. Erst habe alles mit Penisbildern angefangen, darauf seien die beiden ein Paar geworden. Nach nur einem Monat Beziehung sei Souljah zunehmend gewalttätig geworden und habe sie beispielsweise aus einem fahrenden Auto geworfen. Nachdem sich die Frau habe versucht zu trennen, habe der Rapper sie bespuckt, getreten, geschlagen und mehrfach in ein Zimmer eingesperrt. Nach einer Reihe sexueller Übergriffe habe die Assistentin im August letzten Jahres das Haus von Souljah Boy fluchtartig verlassen und sei am Tag darauf, während sie ihre Sachen holen wollte, vergewaltigt worden. Massive Anschuldigungen also, deren Wahrheit keineswegs zweifelhaft ist, denn schon im Januar letzten Jahres wurde Souljah Boy von einer anderen Frau wegen eines massiv gewaltsamen Angriffes angezeigt. Damals hatte der Rapper einer Frau eine Pistole auf den Kopf geschlagen. Die Sprecher von Souljah dementierten in einem Statement die Vorwürfe.

★ Drill- und Road-Rap aus UK erobert gerade die Welt – und wird aber gleichzeitig laut einer von der BBC veröffentlichten Studie zunehmend als Beweismittel in Gerichtsprozessen gegen junge schwarze Briten verwendet. So untersuchte British Broadcasting 67 Gerichtsprozesse aus den letzten zwei Jahren, in denen die Anklage auf Mord lautete und in denen Drill-Rap von den Staatsanwaltschaften als Beweis benutzt wurde. Durch das Zeigen entsprechender Musikvideos missbrauche man die Kunstform, um Angeklagte als besonders gefährliche Gangster darzustellen, ganz egal ob sie tatsächlich nur Hörer oder Künstler seien. Das Ausmaß des Problems ist sogar so gravierend, dass die University Of Manchester mittlerweile das Prosecuting Rap research project gegründet hat – eine Art Verteidigungsteam, das in mittlerweile mehr als 20 Prozessen Angeklagten beistand, gegen die Drill-Rap Videos als Beweis verwendet wurden. In einem Blogpost äußerte sich deren Leiterin, Dr. Eithne Quinn folgendermaßen zu dem Phänomen: „Als ein Polizeiexperte kürzlich in einem Prozess aussagte, charakterisierte er Drill-Rap folgendermaßen: „Drill spiegelt das Leben auf der Straße wieder, mit Lyrics die gewalttätig und realistisch sind. Mit dem Hinweis des Polizeibeamten, dass die Lyrics realistisch seien, versuchte er, Beweise gegen den Angeklagten zu liefern. Da Angeklagte in solchen Prozessen nicht gegen sich selbst aussagen sollten, laufen wir Gefahr, dass die Musik der Ungehörten von den Straßen in Gerichtssäälen gegen sie selbst sprechen wird.“

★ Die halbe Welt schränkt sich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie ein- doch ein Mann möchte das nicht wahrhaben und sieht sich deswegen jetzt massiver Kritik ausgesetzt: Lil Bow Wow spielte am vergangenen Freitag mitten in dem mit 2 Millionen aktiver Fälle von Corona massiv heimgesuchten Texas in Houston ein Konzert in einer ausverkauften Halle. In einem Anflug völliger Ignoranz erklärte der Rapper, der an dem Abend ein Medley seiner Hits aus den 2000ern spielte, dass er ja schon die ganze Partys gäbe und seine Maske ja nur während der Auftritte ausziehen würde. In Reaktion auf diese Statements erklärte Zach Braff aka Dr. JD von Scrubs, dass er nach längeren Überlegungen entschieden habe, nicht wegen Bow Wow sterben zu wollen. Das Verhalten des Rappers stellt aber keineswegs eine Ausnahme dar- am Vorabend trat Meek Mill in der selben Venue auf. Etwas gutes hatte die ganze Affäre dann aber doch noch für Bow Wow- der wurde durch den Shitstorm nämlich zum Trending Topic auf Twitter. Das ist doch auch mal was. Doch zum Ende der vergangenen Woche hatte die Geschichte dann doch noch ein gutes Ende: Bow Wow entschuldigte sich bei der Stadt Houston und ihrem Bürgermeister und gelobte Besserung.

★ Zum Schluss gibts noch eine Nachricht aus dem Herzen von London: dort hat die Polizei nämlich eine riesige Cannabis-Plantage direkt neben der Bank Of London entdeckt. Über 800 Pflanzen wurden bei der Razzia entdeckt, die die Plantagenbetreiber wohl unter Ausnutzung der Corona-bedingt ruhigen Straßen in Central London angebaut hatten. Aufgefallen war das Gewächshaus, da es rund um die Bank Of London seit Tagen massiv nach Marijuana roch, verhaftet wurden bei der Erstürmung gerade einmal 2 Personen.


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Foto: Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53721177

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